Tauchen
Eines der schönsten Hobbys die es gibt

Ellaidhoo 1993 - ich in vollem Tauchgerödel vor unserer Hütte!

Meine ersten Taucher habī ich so Anfang der 70er Jahre gesehen, als ich noch ein ziemlicher Knirps war. Ich war schwer beeindruckt! Die Typen gingen einfach unter Wasser und zurück blieben nur Luftblasen - Hexerei! Damals war ich mir ziemlich sicher, dass ich das auch mal machen will! Und schon kurz darauf, so ca. 20 Jahre später, hatte ichīs mir dann wohl ausreichend überlegt und habīs wahrgemacht. Mein erster "Tauchgang" dauerte 10 Minuten und fand in einem eiskalten, trüben Tümpel in 4 Metern Tiefe ohne Anzug statt. 3 Tage später hatte ich ca. 1000 DM in Gerödel investiert :-)
1992 machte ich dann auf den Malediven auf der Insel Kandooma Fushi im Süd-Male Atoll meinen Open Water Diver, also den ersten Schritt in meiner Tauchausbildung wo ich auch Michael, unseren "Tauchvater" kennenlernte.
Es folgten weitere Urlaube auf die Malediven (1993 und 1997 nach Ellaidhoo, Ari-Atoll), sowie 1994, 1995 und 1998 ans Rote Meer nach Ägypten.

Ellaidhoo 1993 - ein Traum!

Seufz! Dieses Foto ist natürlich jedesmal Salz in unsere Wunden. Ellaidhoo war schon ein Ding! Wir waren, wie gesagt, 1993 das erste Mal dort. Einfach gigantisch!
1997, beim zweiten Besuch, dann die Enttäuschung:
Die Nebenkosten hatten sich nahezu verdoppelt. Basisleiter Axel Horn musste leider auf einen Lehrgang, und der stellvertretende Basisleiter und das Personal waren bis auf eine Ausnahme... na ja, Schwamm drüber :-( So gingen dann die Jahre und auch die Kurse dahin, und mit steigender Erfahrung merkt man auf einmal, dass es Spass macht, etwas von seiner Erfahrung weiterzugeben. Also machte ich 1997 meinen Divemaster, was so ziemlich der letzte Schritt vor dem Tauchlehrer ist.
Im gleichen Jahr bekam ich das erste mal eine Knipse in die Hand. Das sollte nicht ohne Folgen bleiben: Eine Kamera musste her!
Ich entschied mich für eine Spiegelreflexkamera von Nikon im Aluminiumgehäuse von Seacam.
Mit Blitz und Zubehör erreicht so ein Equipment leicht den Wert eines gebrauchten Kleinwagens - Schluck!

Meine UW-Foto Ausrüstung

Jetzt könnte man meinen dass das als Einsteigerkamera wohl etwas übertrieben ist, und dass das eigentlich nix gescheites geben kann...
Das stimmt jedoch so nicht so ganz. Das Fotografieren mit diesem Teil ist wirklich kinderleicht. Ich habe bis jetzt ca. 500 Aufnahmen gemacht, und davon sind nur ca. 20 (!) Stück wirklicher Ausschuss.Davon widerum geht wohl die Hälfte auf meine Kappe, weil ich zu blöd war, im entscheidenden Moment das Richtige zu tun.
Der Rest? Shit happens!
Ich bewundere die Unterwasserfotografen, die mit einer Nikonos V oder einer MM II, d.h. also mit einer Sucherkamera so hervorragende Aufnahmen machen. Ich könntīs nicht, aber mit der SLR im Gehäuse, wo man sich (fast) voll auf die Bildgestaltung konzentrieren kann, gehtīs wirklich fast wie von selbst.
Ich muss allerdings zugeben, dass ich hier von “normaler Fischfotografie” rede, die ich überwiegend praktiziere.
Bei der Weitwinkelfotografie trennt sich dann wohl die Spreu vom Weizen, aber soweit bin ich noch nicht.
Bei 99% meiner Aufnahmen hab ich auch die vielgeschmähte TTL-Messung benutzt, und ich muss sagen, mich hat sie bist jetzt nicht entäuscht.
Sicherlich ist die finanzielle Investition in ein solches System nicht unerheblich, aber wer das aufbringen kann (und will), und Erolgserlebnisse vom ersten Foto an haben möchte ist mit einer SLR im Gehäuse bestens bedient. Und `was solides hat man auch. Ich hatte, seit ich dieses System besitze, noch nie auch nur einen Tropfen Wasser im Gehäuse. Bei einer Investition dieser Größenordnung sollte man sich verständlicherweise viel Zeit bei der Kaufentscheidung nehmen. Ebenso muss man sich, bevor man in die Unterwasserfotogrfie einsteigt, im Klaren sein, dass man die Tauchfähigkeiten abolut sicher, d.h. "im Schlaf" beherrscht, denn das Fotografieren darf nicht dazu führen, dass man das Tauchen vernachlässigt. Sicherheit ist auch hier oberstes Gebot!

Hier könnt ihr ein paar meiner Aufnahmen sehen:

Eine bildschöne Muräne

Hier seht ihr eine bildschöne Muräne. Nein! Muränen kommen nicht aus ihrer Höhle geschossen, um sofort einen Taucher anzugreifen :-) Das hier fotografierte Exemplar war übrigens Oberschenkel-Dick und hatte eine Länge von ca. 3 Metern.


Ein Steinfisch - ein Meister der Tarnung!

Hier sieht man (oder besser - man sieht ihn fast nicht!) einen Steinfisch.
Er ist ein Meister der Tarnung und verschmilzt förmlich mit seiner Umgebung.
Wenn auch nicht tödlich-giftig, sollte man ihn dennoch meiden.
Seine Rückenstacheln enthalten ein starkes Nervengift.


Ein Clownfisch in seiner Anemone

Ein Clownfisch (oder Anemonenfisch) in seiner Anemone. Sie bilden zusammen eine Symbiose: Der Fisch reinigt die Anemone von Bakterien, und die Anemone mit ihren stark nesselnden Tentakeln schützt den Fisch vor Fressfeinden. Der Fisch selbst ist gegen das Gift der Anemone imun.


Ein Octopus auf einer Koralle

Octopusse sind faszinierende Tiere! Sie können, wie ein Chamälion blitzschnell die Farbe ihrer Umgebung annehmen, und sind so kaum zu entdecken. Ein seltener Glücksfall, wenn sich ein Exemplar so deutlich von seiner Umgebung abhebt.


Meine Frau taucht am Wrack der Salem Express

Wracktauchen übt auf viele Menschen, so auch auf mich, einen ganz besonderen Reiz aus, wobei ich hier die Vokabel "Kick" bewusst vermeiden möchte. Was man nicht vergessen darf, ist dass hierbei oft unermessliche Tragödien dahinterstehen. Das gezeigte Foto wurde im Roten Meer am Wrack der "Salem Express" gemacht. Das 120 Meter lange Schiff lief 1991 auf ein Korallenriff vor der ägyptischen Hafenstatt Safaga und riss dabei über 700 Menschen mit in den Tod. Sie waren auf dem Rückweg von einer Pilgerfahrt nach Mekka, als das Schiff in schwerer See auf das Riff lief, und innerhalb weniger Minuten sank. Das Schiff liegt in ca. 30 Metern Tiefe und ist relativ leicht zu betauchen. Man sollte sich hierbei jedoch bewusst sein, dass man eine Grabstätte betaucht und sollte sich entsprechend pietätvoll verhalten. Das Mitnehmen von Gegenständen ist ebenso tabu, wie das Betauchen der Passagierbereiche.


Ein Bild aus dem Innern des Wracks

Aber selbst das Betauchen der Frachträume kann bereits eine nicht zu unterschätzende, psychische Belastung darstellen. Nicht nur, dass man sich in einem geschlossenen Raum befindet, der direkte Weg zur Oberfläche also verschlossen ist, auch die Bilder, die man sieht, gehen nicht spurlos an einem vorrüber. Beim Anblick dieser Kinderfahrräder beispielsweise, lässt einen der Gedanke, was wohl aus den Kindern und ihren Eltern geworden ist, eine ganze Zeit lang nicht mehr los...


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